Vielleicht steht sie schon im Hof, vielleicht kommt sie in den nächsten Wochen: eine gelbe Tonne neben Restmüll-, Bio- und Papiertonne. Und mit ihr kommen die ersten Fragen von Nachbarn und Mietern. Darf da schon etwas rein? Kostet das extra? Und wer stellt die Tonne eigentlich an die Straße?
Die kurze Antwort vorweg: Die Gelbe Tonne in München wird ab Januar 2027 geleert, bis zum 31. Dezember 2026 muss sie leer bleiben. Zusätzliche Abfallgebühren entstehen für Ihre Eigentümergemeinschaft nicht. Organisieren muss die WEG trotzdem einiges: den Standplatz, die Bereitstellung am Abholtag und die Information der Mieter. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, was sich ändert, wer sich worum kümmert und wie Sie Ärger mit Fehlwürfen vermeiden.
Stand: November 2026. Quelle: Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) und die zuständigen Entsorger.
Gelbe Tonne München: Das Wichtigste in Kürze
- Was hinein darf: Ab 1. Januar 2027 gehören Verpackungen aus Kunststoff und Metall sowie Getränkekartons in die Gelbe Tonne, zum Beispiel Joghurtbecher, Folien, Shampooflaschen und Konservendosen. Glas bringen Sie weiterhin zur Wertstoffinsel.
- Bis 31. Dezember 2026 leer lassen: Vorher befüllte Tonnen werden nicht geleert.
- Keine zusätzlichen Gebühren: Abholung und Verwertung sind bereits im Kaufpreis der verpackten Produkte enthalten.
- Leerung alle zwei Wochen: Kleine Tonnen (120 und 240 Liter) muss die Anlage selbst an den Gehweg stellen.
- Vermieter: Geben Sie die neuen Regeln an Ihre Mieter weiter, denn sie nutzen die Tonne im Alltag.
Was ist die Gelbe Tonne und was ändert sich in München?
Die Gelbe Tonne ist ein Sammelbehälter für Leichtverpackungen, also Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterial, der direkt am Haus steht und regelmäßig geleert wird. Das Gegenstück ist das Bringsystem: Bisher mussten Münchnerinnen und Münchner ihre Verpackungen selbst zur Wertstoffinsel tragen.
Damit ist ab 2027 Schluss. Die Container für Leichtverpackungen an den Wertstoffinseln entfallen, die Glascontainer bleiben. Auch die Wertstoffhöfe nehmen Leichtverpackungen nicht an. Für Ihre Wohnungseigentümergemeinschaft heißt das: Die Gelbe Tonne am Haus wird der einzige bequeme Weg für Joghurtbecher und Konservendosen.
Zuständig ist nicht der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM), sondern ein privater Entsorger. Welcher für Ihren Stadtteil zuständig ist und wie Sie ihn erreichen, lesen Sie weiter unten.
Was gehört in die Gelbe Tonne? Leere Verpackungen aus Kunststoff und Metall sowie Getränkekartons, zum Beispiel Butterschalen, Chipstüten, Spülmittelflaschen, Getränkedosen, Alufolie und Milchkartons. Nicht hinein gehören Glas (weiterhin zur Wertstoffinsel), Papier, Bioabfall und Restmüll. Auch Plastik, das keine Verpackung ist, etwa Spielzeug oder Zahnbürsten, ist ein Fehlwurf. Spülen müssen Sie nicht, löffelrein genügt. Was bei Fehlwürfen passiert, lesen Sie weiter unten.
Vor- und Nachteile der Gelben Tonne für Ihre WEG
- Vorteil Bequemlichkeit: Kein Weg mehr zur Wertstoffinsel, die Verpackungen werden direkt am Haus abgeholt.
- Vorteil Kosten: Keine Gebühren, und wer gut trennt, kann auf Dauer die Restmülltonne verkleinern.
- Nachteil Platz: Am Müllplatz braucht es Raum für mindestens einen weiteren Behälter.
- Nachteil Organisation: Jemand muss kleine Tonnen alle zwei Wochen an die Straße stellen.
- Nachteil Fehlwürfe: Wirft jemand Restmüll ein, trägt die ganze Gemeinschaft die Folgen.
Unsere Einschätzung: Für die meisten Anlagen überwiegen die Vorteile klar. Entscheidend ist, Platz und Bereitstellung von Anfang an sauber zu regeln.
Ab wann darf die Gelbe Tonne in München befüllt werden?
Die Gelbe Tonne darf ab dem 1. Januar 2027 befüllt werden, im Januar 2027 beginnt die Leerung. Verteilt werden die Tonnen schon seit Oktober 2026, stadtteilweise bis zum Jahreswechsel. Den Abholkalender verschickt der zuständige Entsorger voraussichtlich Anfang Dezember 2026.
Eine zu früh befüllte Tonne wird nicht geleert. Der Inhalt bleibt dann bis ins neue Jahr am Müllplatz stehen, mit Geruch und Platzproblemen für alle.
Praxistipp: Ein gut sichtbarer Aushang am Müllplatz („Gelbe Tonne bitte erst ab 1. Januar 2027 befüllen“) verhindert die meisten Fehlstarts. Kleben Sie ihn direkt an die Tonne oder an die Tür zum Müllraum.
Kostet die Gelbe Tonne die Eigentümergemeinschaft etwas?
Nein, für die Gelbe Tonne in München fallen keine Abfallgebühren an. Sammlung und Verwertung bezahlen die Hersteller über Lizenzentgelte an die dualen Systeme, und diese Kosten stecken bereits im Kaufpreis der verpackten Produkte.
Ganz kostenfrei ist die Umstellung für eine WEG trotzdem nicht immer. Mögliche Nebenkosten:
- Bereitstellung: Übernimmt der Hausmeister oder ein Dienstleister das Rausstellen der kleinen Tonnen, kostet das Geld.
- Nachsortieren: Bei Fehlwürfen kann die Gemeinschaft den Entsorger gegen Entgelt mit dem Nachsortieren beauftragen.
- Standplatz: Reicht der Platz nicht, kann ein Umbau nötig werden, etwa eine größere Fläche oder ein erweitertes Tonnenhaus.
Dem steht ein echtes Sparpotenzial gegenüber, und das ist mittelfristig der eigentliche finanzielle Hebel: Wer gut trennt, entlastet die gebührenpflichtige Restmülltonne. Sie wird aber nicht automatisch verkleinert, die Anpassung muss jemand aktiv anstoßen. Mehr zu solchen Stellschrauben lesen Sie im Ratgeber Wohnnebenkosten 2026: Warum Ihr Hausgeld steigt.
Wer muss die Gelbe Tonne an die Straße stellen?
Bei kleinen Tonnen mit 120 oder 240 Litern muss die Anlage die Tonne selbst an den Gehweg stellen. Große Behälter mit 770 oder 1.100 Litern holt der Entsorger am Standplatz ab, sofern dieser zugänglich ist und für die übrigen Tonnen keine Eigenbereitstellung gilt.
Für die Eigenbereitstellung gelten feste Zeiten: Die Tonne darf frühestens ab 18 Uhr am Vorabend der Leerung herausgestellt werden und muss am Leerungstag bis spätestens 18 Uhr wieder zurück sein. Bleibt sie länger oder ungesichert auf dem Gehweg stehen, wird sie schnell zur Stolperfalle. Wer dann haftet, erklären wir im Ratgeber Verkehrssicherungspflicht einer WEG.
Das übernimmt meist der Hausmeister oder ein Dienstleister, was zuverlässig ist, aber Geld kostet. Ohne Hausmeister sollte die Hausordnung regeln, wer die Tonnen reihum rausstellt.
Passend hierzu: Winterdienst, Hausordnung und Haftung in der WEG
Was passiert bei Fehlwürfen in der Gelben Tonne?
Bei erheblichen Fehlwürfen klebt der Entsorger einen Hinweis auf die Tonne und kann die Leerung verweigern. Wird nicht nachsortiert, darf er die Tonne abziehen.
Das Problem in Mehrfamilienhäusern: Wer den Restmüll in die Gelbe Tonne geworfen hat, lässt sich fast nie feststellen. Die Folgen trägt deshalb die Gemeinschaft, entweder durch Ärger am Müllplatz oder durch Kosten für das Nachsortieren.
Was wirklich hilft:
- Klare Aushänge am Müllplatz mit Bildern statt langer Texte, etwa die Infografik oben. So verstehen sie auch Bewohner ohne gute Deutschkenntnisse.
- Hinweis in der Hausordnung, damit sich die Verwaltung bei wiederholten Problemen darauf berufen kann.
- Vermieter einbinden: Wirft ein bestimmter Mieter immer wieder falsch ein, informiert die Verwaltung den vermietenden Eigentümer. Er kann seinen Mieter direkt ansprechen und auf die Hausordnung verweisen.
Mehr zu typischen Konflikten rund um den Müllplatz lesen Sie im Ratgeber Mülltrennung und Entsorgung in der WEG.
Kein Platz am Müllplatz: Braucht die WEG einen Beschluss?
Einen Beschluss braucht die WEG erst, wenn der Müllplatz baulich verändert werden muss. Solange die Gelbe Tonne einfach neben die anderen Tonnen passt, organisiert das die Hausverwaltung im Rahmen ihrer laufenden Aufgaben.
Der Müllplatz gehört zum Gemeinschaftseigentum. Soll er vergrößert, neu gepflastert oder ein Tonnenhaus erweitert werden, ist das eine bauliche Veränderung, über die die Eigentümerversammlung entscheidet (§ 20 WEG). Wie Sie so einen Punkt gut vorbereiten, zeigt unser Praxisleitfaden zur Eigentümerversammlung. Bei solchen Fragen lohnt es sich, den Verwaltungsbeirat früh einzubinden.
Oft geht es auch ohne Umbau: Die Gelbe Tonne muss nicht im Tonnenhaus stehen, und sie darf mit Nachbaranlagen geteilt werden. Häufig reicht es, die vorhandenen Tonnen neu anzuordnen.
Beispiel: Ihr Tonnenhaus fasst vier Behälter, die Gelbe Tonne wäre der fünfte. Statt sofort umzubauen, stellt die Verwaltung sie zunächst daneben auf eine befestigte Fläche. Zeigt sich nach einigen Monaten, dass eine kleinere Restmülltonne reicht, wird im Tonnenhaus Platz frei, und der Umbau ist vom Tisch.
Wer kümmert sich in der WEG um was?
Bei der Gelben Tonne teilen sich Hausverwaltung, Hausmeister, Eigentümerversammlung und die einzelnen Eigentümer die Aufgaben. Welche Aufgaben grundsätzlich bei der Verwaltung liegen, erklären wir im Ratgeber Zuständigkeiten der Hausverwaltung. Für die Gelbe Tonne im Überblick:
- Hausverwaltung: prüft die gelieferten Tonnen, meldet Fehlmengen beim Entsorger, legt den Standplatz fest und organisiert die Bereitstellung. Sie beobachtet, ob die Größe passt, beantragt Änderungen und ist bei Fehlwürfen Ansprechpartner für Entsorger und Bewohner.
- Hausmeister oder Dienstleister: stellt die Tonnen am Abholtag an die Straße, holt sie zurück und hält den Müllplatz sauber.
- Eigentümerversammlung: entscheidet über Umbauten am Müllplatz und über die Hausordnung.
- Eigentümer: trennen richtig und informieren als Vermieter ihre Mieter.
Was sollte in der Hausordnung stehen?
Die Hausordnung sollte klar regeln, wie der Müllplatz funktioniert. Sinnvoll sind drei Punkte:
- Wer die Tonnen an die Straße stellt, wenn kein Hausmeister das übernimmt
- Die Trennregeln, am besten mit Verweis auf den Aushang am Müllplatz
- Sauberkeit am Standplatz: kein Müll neben den Tonnen, Deckel geschlossen
Die Eigentümerversammlung kann die Hausordnung mit einfacher Mehrheit beschließen oder ändern (§ 19 Abs. 2 Nr. 1 WEG). Steht ohnehin ein Umbau des Müllplatzes auf der Tagesordnung, lässt sich beides in einer Versammlung erledigen.
Vermieter: Was Ihre Mieter über die Gelbe Tonne wissen müssen
Als Vermieter sollten Sie die neuen Regeln an Ihre Mieter weitergeben, denn sie nutzen die Tonne im Alltag, und wiederholte Fehlwürfe gefährden die Leerung für das ganze Haus. Die Infografik oben eignet sich direkt als Mieterinfo. Bei Problemen mit der Tonne sind Vermieter oder Hausverwaltung die richtigen Ansprechpartner, nicht der AWM.
Entstehen der Gemeinschaft Kosten für die Bereitstellung, können Sie diese in der Regel über die Betriebskostenabrechnung an Ihre Mieter weitergeben, sofern der Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vorsieht. Welche Positionen dazugehören, erklären wir im Ratgeber Umlagefähige Kosten.
Die Tonne ist zu klein oder zu groß: Was tun?
Ist die Gelbe Tonne dauerhaft zu klein oder zu groß, kann die Anzahl oder Größe beim zuständigen Entsorger geändert werden. Es gibt Behälter mit 120, 240, 770 und 1.100 Litern. Wie viele Tonnen eine Anlage zunächst erhält, richtet sich nach den bisherigen Restmülltonnen.
Unsere Empfehlung: Beobachten Sie die ersten Monate, bevor Sie etwas ändern. Wie viel tatsächlich anfällt, zeigt sich erst, wenn alle Bewohner die Tonne nutzen. Änderungen sind voraussichtlich erst nach Abschluss der Verteilung im Laufe des Jahres 2027 möglich.
Die Hotlines der beiden Entsorger:
- München Ost (Knettenbrech + Gurdulic): 0800 505 2 505
- München West (RMG Rohstoffmanagement): 0800 400 600 5
Welcher Entsorger für Ihren Stadtteil zuständig ist, finden Sie in den FAQ des AWM zur Gelben Tonne.
Gelbe Tonne München: Häufige Fragen
Ab wann darf ich die Gelbe Tonne in München befüllen?
Die Gelbe Tonne in München darf ab dem 1. Januar 2027 befüllt werden. Tonnen, die vorher befüllt werden, werden nicht geleert. Bis dahin bringen Sie Verpackungen weiterhin zur Wertstoffinsel.
Muss ich die Gelbe Tonne selbst bestellen oder anmelden?
Nein. Die Gelbe Tonne muss in München weder bestellt noch angemeldet werden, das ist auch gar nicht möglich. Die Tonnen werden automatisch an alle Anlagen verteilt, an denen Restmülltonnen stehen.
Kostet die Gelbe Tonne in München Gebühren?
Nein. Sammlung und Verwertung werden über Lizenzentgelte der Hersteller finanziert, die bereits im Kaufpreis der verpackten Produkte enthalten sind. Kosten können nur für Zusatzleistungen entstehen, etwa wenn ein Hausmeister die Tonne an die Straße stellt.
Muss die Eigentümerversammlung über die Gelbe Tonne beschließen?
Nur wenn der Müllplatz baulich verändert werden soll, zum Beispiel für ein größeres Tonnenhaus. Das ist eine bauliche Veränderung am Gemeinschaftseigentum. Das bloße Aufstellen der Tonne organisiert die Hausverwaltung.
Kann die WEG die Gelbe Tonne ablehnen?
Ja, eine Pflicht zur Gelben Tonne gibt es nicht. Davon ist aber abzuraten: Die Container für Leichtverpackungen an den Wertstoffinseln fallen weg, und die Wertstoffhöfe nehmen Verpackungen nicht an. Ohne Gelbe Tonne gibt es für die Bewohner also keinen Ort mehr für ihre Verpackungen.
Bei uns steht noch keine Gelbe Tonne. Was tun?
Die Verteilung in München läuft stadtteilweise bis zum Jahreswechsel 2026/2027, eine fehlende Tonne ist daher im Moment noch normal. Fehlt sie auch danach, meldet die Hausverwaltung das beim zuständigen Entsorger.
Was Sie jetzt tun sollten
- Bis Jahresende: Tonne leer lassen und einen Aushang am Müllplatz anbringen.
- Bereitstellung klären: Festlegen, wer kleine Tonnen am Abholtag an die Straße stellt.
- Mieter informieren: Startdatum und Infografik weitergeben.
- Nach einigen Monaten prüfen: Passt die Größe der Gelben Tonne, und kann die Restmülltonne kleiner werden?
Bei LPE betreuen wir über 4.000 Wohneinheiten in München und übernehmen die Umstellung auf die Gelbe Tonne gemeinsam mit den Hausmeistern. Sie trennen, wir kümmern uns um den Rest. Mehr dazu, wie wir arbeiten, erfahren Sie auf unserer Seite zur WEG-Verwaltung.

