Als Hausverwaltung kennen wir den Münchner Wohnungsmarkt wie kaum ein anderer. Jeden Tag sehen wir, wie knapp der Wohnraum ist – und wie viele Menschen kämpfen müssen, um ihre Miete überhaupt bezahlen zu können.
Manche verlieren diesen Kampf. Dann reden wir nicht mehr über „angespannten Markt“, sondern über etwas Existenzielles: Wohnungslosigkeit.
Gleichzeitig erleben viele Mieter und Eigentümer das Gleiche:
Man sieht jemanden im Treppenhaus, im Park oder an einer Unterführung schlafen und fragt sich
„Was ist jetzt richtig? Wo kann ich anrufen? Und wem kann ich spenden, damit Hilfe wirklich ankommt?“
Dieser Artikel gibt einen kompakten Überblick.
Spendenkonten: Stand November 2025, bitte im Zweifel immer auf der jeweiligen Website prüfen.
Im Notfall: Wann 112 wählen?
Wenn Gesundheit oder Leben akut gefährdet sein könnten, gilt für wohnungslose Menschen dasselbe wie für alle anderen:
Bei akuter Gefahr: 112 anrufen.
Typische Warnsignale:
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die Person liegt reglos oder reagiert kaum
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wirkt stark verwirrt, desorientiert, „weggetreten“
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offensichtlich stark unterkühlt (sehr blass, starker Schüttelfrost, kann kaum noch aufstehen)
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schwere Verletzung, Sturz, Blutung
Am Telefon reicht eine kurze Beschreibung:
„Hier liegt eine Person im Freien, vermutlich wohnungslos, sie wirkt stark unterkühlt / bewusstlos. Ich bin in der …straße, Höhe Hausnummer …“
Die Leitstelle entscheidet dann, was genau gebraucht wird.
Wenn Sie Kinder oder Jugendliche auf der Straße sehen
Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum ohne sicheren Rückzugsort sind immer ein besonderer Alarm. Hier geht es nicht nur um Kälte, sondern auch um Schutz und Verantwortung.
Wenn die Situation bedrohlich wirkt – etwa wenn ein Kind oder Jugendlicher nachts offensichtlich allein draußen ist, sehr verstört wirkt oder in einer gefährlichen Situation steckt –, gilt wie oben:
- Bei akuter Gefahr immer 112 (Rettungsdienst) oder 110 (Polizei) wählen.
Die Polizei und der Rettungsdienst binden bei Bedarf das Stadtjugendamt und den Kinder- und Jugendnotdienst ein.
Kinder- und Jugendnotdienst / Jugendhilfeverbund „Just M“
Der Kinder- und Jugendnotdienst des Jugendhilfeverbunds Just M ist rund um die Uhr für Minderjährige in Krisensituationen da. Dort arbeiten Fachkräfte, die entscheiden können, welche Hilfe gebraucht wird – von Beratung bis zur Inobhutnahme.
Kontakt und Infos:
www.jugendhilfe-justm.de
Wenn Sie unsicher sind, ob eine Situation „schlimm genug“ ist, können Sie sich an Polizei bzw. Notruf wenden und Ihre Beobachtung schildern oder über die Website von Just M die aktuellen Kontaktdaten nachsehen.
Notschlafstelle „sleepIn“ für 14–17-Jährige
Für Jugendliche zwischen etwa 14 und 17 Jahren gibt es die Notschlafstelle „sleepIn“ der Wohnhilfe München e. V. Sie bietet einen geschützten Schlafplatz, Grundversorgung und Beratung – auch für Jugendliche, die sich selbst melden.
Infos zur Notschlafstelle „sleepIn“:
www.wohnhilfe-muenchen.de/notschlafstelle-sleepin/
Wenn Sie mit einem Jugendlichen ins Gespräch kommen, können Sie dieses Angebot ganz konkret nennen – oft ist schon die Information, dass es so einen Ort gibt, ein wichtiger erster Schritt.
Bei Kälte ohne akute Lebensgefahr: Kältebus & Bahnhofsmission
Nicht jede Situation ist ein akuter Notfall. Trotzdem kann gerade im Winter jede Nacht draußen gefährlich werden.
Wenn Sie sich trauen, direkt anzusprechen
Sie müssen kein Profi sein. Freundlich und respektvoll reicht:
„Hallo, ich mache mir wegen der Kälte etwas Sorgen. Kommen Sie klar oder brauchen Sie Unterstützung?“
Mögliche kleine Hilfen:
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etwas Warmes zu trinken oder zu essen besorgen
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Mütze, Handschuhe, Socken, Wärmepads anbieten
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gemeinsam nach einer Anlaufstelle schauen (Bahnhofsmission, Übernachtungsschutz, Kältebus)
Wenn jemand keine Hilfe möchte, ist das zu respektieren. Aber Sie haben gezeigt: „Du wirst gesehen.“
Kältebus München
Der Kältebus München e. V. fährt in der kalten Jahreszeit abends durch die Stadt, versorgt wohnungslose Menschen auf der Straße mit:
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warmen Getränken und Essen
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Decken, Schlafsäcken und Kleidung
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Ansprache und Vermittlung zu weiteren Hilfen
Wenn Sie eine Person oder ein Lager sehen und sich Sorgen machen:
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Online-Meldung: Formular auf der Website
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oder telefonisch einen Hinweis geben 089 / 2000 458 – 0 (nur sehr selten besetzt)
Website:
https://www.kaeltebus-muenchen.de
Spendenkonto Kältebus München e. V.:
- www.kaeltebus-muenchen.de/spenden/
-
Kontoinhaber: Kältebus München e. V.
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IBAN: DE85 7015 0000 1003 9157 56
-
Bank: Stadtsparkasse München
Der Kältebus ist kein Notarzt. Bei akuter Gefahr bleibt die 112 immer der richtige Weg.
Bahnhofsmission München
Die Bahnhofsmission München am Hauptbahnhof (Gleis 11) ist rund um die Uhr geöffnet und eine zentrale Anlaufstelle für Menschen in Not. Sie bietet:
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Aufenthalts- und Schutzraum
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Notversorgung mit Essen, Trinken und Kleidung
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Beratung und Vermittlung zu anderen Hilfen
Sie können dort anrufen, wenn Sie eine Situation schildern möchten oder nicht wissen, wer zuständig ist.
Kontakt:
Telefon: 089 / 55 26 65 0
info@bahnhofsmission-muenchen.de
Website:
https://www.bahnhofsmission-muenchen.de
Spendenkonten Bahnhofsmission München:
- www.bahnhofsmission-muenchen.de/mithelfen/spenden/
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Evangelische Bahnhofsmission
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IBAN: DE30 7002 0270 6540 3281 00
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Bank: HypoVereinsbank München
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Katholische Bahnhofsmission (IN VIA / Caritas)
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IBAN: DE09 7509 0300 0002 1689 79
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Bank: Liga Bank München
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Verwendungszweck jeweils: „Bahnhofsmission München“.
Allgemeine Hilfe für Wohnungslose: Schiller 25
Schiller 25 ist eine zentrale Anlaufstelle für obdach- und wohnungslose Menschen (besonders aus der EU). Die Einrichtung verbindet mehrere Dinge:
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Beratungsstelle (z. B. zu Sozialleistungen und Rechten)
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Streetwork (aufsuchende Hilfe auf der Straße)
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Vermittlung an Unterkünfte und weitere Hilfen
Website:
www.schiller-hilfswerk.de
Spendenkonto (Evangelisches Hilfswerk München – Träger von Schiller 25):
- www.schiller-hilfswerk.de/schiller-25/infos/spenden
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Kontoinhaber: Evangelisches Hilfswerk München gGmbH
-
IBAN: DE33 7002 0270 0002 7544 44
-
Bank: HypoVereinsbank München
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Verwendungszweck: „Schiller – Migrationsberatung Wohnungsloser“
Teestube „komm“ – Tagesaufenthalt & Streetwork
Die Teestube „komm“ ist ein Tagesaufenthalt mit Streetwork für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen.
Angebote unter anderem:
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warmer, geschützter Raum am Tag
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Mahlzeiten, Duschen, Grundversorgung
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sozialpädagogische Beratung
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Streetwork-Teams, die Menschen auf der Straße aufsuchen
Website:
www.teestube-komm.de
Spendenkonto Teestube „komm“:
- www.teestube-komm.de/teestube/infos/spenden
-
Kontoinhaber: Evangelisches Hilfswerk München gGmbH
-
IBAN: DE33 7002 0270 0002 7544 44
-
Bank: HypoVereinsbank München
-
Verwendungszweck: „Teestube komm“
Wenn das Geld vor allem fürs Essen nicht reicht: Münchner Tafel
Wohnungslosigkeit ist oft der letzte Schritt einer langen Geldknappheit. Viele Menschen wohnen noch, aber nach der Miete bleibt fast nichts übrig.
Hier hilft die Münchner Tafel:
-
Sie rettet Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden
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und verteilt sie jede Woche an über 22.000 bedürftige Menschen in München, an rund 30 Ausgabestellen
Damit bleibt mehr Geld für Miete, Strom und andere Fixkosten – und kann im besten Fall helfen, Wohnungslosigkeit zu verhindern.
Website:
https://muenchner-tafel.de
Spendenkonto Münchner Tafel e. V.:
-
Bank: HypoVereinsbank München
-
IBAN: DE37 7002 0270 6850 1933 10
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BIC: HYVEDEMMXXX
(Online-Spenden sind direkt über die Website möglich.)
Wir als LPE Hausverwaltung unterstützen die Münchner Tafel als Sponsor. Das passt zu unserem Selbstverständnis: Wir gestalten München nicht nur in Gebäuden, sondern auch im Miteinander – und dazu gehört für uns, dass in dieser Stadt niemand beim Essen ganz leer ausgehen sollte.
Dezember in München: ein guter Moment hinzusehen
In den nächsten Wochen, wenn der Dezember vor der Tür steht und es in München spürbar kälter wird, rücken viele von uns nach drinnen: Lichterketten im Fenster, Jahresabschluss im Büro, volle Einkaufsstraßen. Für Menschen ohne Wohnung bedeutet dieselbe Zeit vor allem längere Nächte, mehr Dunkelheit und Kälte – und oft das Gefühl, am Rand zu stehen.
Niemand von uns kann Wohnungslosigkeit alleine lösen. Aber wir können als Vermieter, Mieter und Nachbarn dafür sorgen, dass niemand völlig unsichtbar bleibt: ein Anruf bei 112 im Notfall, ein Hinweis an Kältebus oder Bahnhofsmission, eine Spende an die genannten Stellen, ein freundlicher Satz im Treppenhaus. Vielleicht ist es gerade jetzt, im Dezember, ein guter Moment, sich daran zu erinnern: Für manche Menschen ist schon ein kleiner Augenblick Aufmerksamkeit der Unterschied zwischen übersehen werden und gesehen werden.
