Hinter den Kulissen: LPE zu Besuch im Wasserlabor bei Royal Service

Verfasst von

Marius May

Head of WEG & Property Management

Vier Mitarbeiter des LPE Technik-Teams in weißen Laborkitteln stehen nebeneinander in einem Wasserlabor mit modernen Analysegeräten im Hintergrund
LPE Technik-Team im Royal Service Labor München (v.l.n.r.): Marius May, Alban Kamberi, Korbinian Feldmeier, Adnan Mekic.

Inhalt

Diese Woche war unser Technik-Team zu Gast bei Royal Service in München – nicht für eine routinemäßige Probenentnahme, sondern für eine exklusive Laborführung. Wir wollten verstehen, wie Wasseranalytik wirklich funktioniert, was bei einer Legionellenprüfung genau passiert und wie wir noch besser mit unserem langjährigen Partner zusammenarbeiten können. Ein Einblick, der uns noch einmal deutlich gemacht hat, warum Trinkwasserhygiene kein Thema ist, das man einfach abhakt – sondern ernst nehmen muss.

Warum regelmäßige Legionellenprüfungen unverzichtbar sind

Hand hält eine Petrischale mit dunklen Legionellen-Bakterienkulturen über einem Labortisch mit Untersuchungsmaterialien

Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem, stehendem Wasser vermehren und beim Duschen eingeatmet werden können. Die Folge: schwere Lungenentzündungen, vor allem bei älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem. Deshalb schreibt die Trinkwasserverordnung für zentrale Warmwasseranlagen in Mehrfamilienhäusern regelmäßige Untersuchungen vor – alle drei Jahre, bei Anlagen mit mehr als drei vermieteten Wohneinheiten.

Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Prüfpflicht besteht, wenn eine zentrale Anlage mehr als drei Wohneinheiten versorgt und mindestens eine davon vermietet ist.
  • Ablauf: Wasserproben werden von einem anerkannten Labor an mehreren Entnahmestellen genommen und fachkundig ausgewertet.
  • Maßnahmen: Überschreitungen der Grenzwerte erfordern sofortige Information der Bewohner, das Hinzuziehen des Gesundheitsamts und technische Nachbesserungen an der Anlage.

Klingt nach Bürokratie? Ist aber ein wichtiger Schutzmechanismus. Denn wenn eine Anlage erst einmal kontaminiert ist, wird es schnell teuer und aufwendig. Das haben wir in der Praxis mehr als einmal erlebt.

Passend hierzu: Die gesetzlichen Grundlagen und Pflichten für Eigentümer finden Sie in unserem Ratgeber zur Legionellenprüfung in der WEG

Ein Fall aus der Praxis: 37 Nachuntersuchungen in einem Münchner Hochhaus

Wie komplex und kostspielig ein positiver Legionellenbefund werden kann, haben wir bei einer WEG in München-Bogenhausen erlebt. Ein 16-stöckiges Hochhaus, jahrelang immer wieder positive Befunde, insgesamt 37 Nachuntersuchungen über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren. Bei rund 2.000 Euro pro Untersuchung summiert sich das schnell in den hohen fünfstelligen Bereich – von der Unsicherheit in der Eigentümergemeinschaft ganz zu schweigen.

Der Grund: Nicht nur technische Probleme, sondern vor allem organisatorische. Leerstände in den oberen Etagen, unzureichend vorbereitete Probenentnahmen, fehlende Kommunikation mit den Bewohnern. Genau in dieser Situation haben wir die Verwaltung übernommen – mittendrin im Nachtest-Marathon, mit einer langen Liste offener Befunde und zunehmend frustrierten Eigentümern. Erst als wir konsequent strukturiert haben – klare Abläufe, frühzeitige Information, gezielte Vorbereitung der Entnahmestellen, enge Zusammenarbeit mit Laboren und Fachbetrieben – kam die Anlage zurück in den Regelrhythmus. Drei negative Proben in Folge, nächste Prüfung erst 2028.

Den gesamten Fall im Detail: Positiver Legionellenbefund im Münchner Hochhaus: LPE stoppt die Kosten-Spirale

Dieser Fall zeigt: Legionellen sind keine Schicksalsfrage. Sie sind eine Organisationsaufgabe. Und genau deshalb wollten wir die Prozesse hinter den Kulissen noch besser verstehen.

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Royal Service in München: Unser Partner für Trinkwasserhygiene

Seit Jahren arbeiten wir mit Royal Service zusammen – einem akkreditierten Labor, das auf Trinkwasseruntersuchungen spezialisiert ist. Die Zusammenarbeit ist eng, die Kommunikation schnell, die Ergebnisse zuverlässig.

Bei der Führung durch die Laborräume konnten wir uns ein Bild von der technischen Ausstattung machen: Hochmoderne Analysegeräte, klimatisierte Inkubationsräume, digitale Dokumentationssysteme. Und wir konnten direkt mit den Labormitarbeitern sprechen, Fragen stellen, Abläufe besser verstehen.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Schulung zur aktuellen Trinkwasserverordnung. Gesetze ändern sich, Grenzwerte werden angepasst, neue Prüfverfahren kommen dazu. Wir haben besprochen, welche Neuerungen auf Hausverwaltungen zukommen, wie digitale Meldewege funktionieren und worauf wir bei der Beauftragung achten müssen.

Am Ende des Tages stand auch ein gemeinsamer Austausch auf dem Programm: Wie können wir unsere Zusammenarbeit weiter verbessern? Welche Fristen sind realistisch? Wie kommunizieren wir Ergebnisse schneller an die Eigentümer? Solche Gespräche sind Gold wert – weil sie den Alltag reibungsloser machen.

Unser Anspruch bei LPE: Die Dinge wirklich verstehen

Vier Mitarbeiter des LPE Technik-Teams in weißen Laborkitteln stehen nebeneinander in einem Wasserlabor mit modernen Analysegeräten im Hintergrund

Wir könnten es uns einfach machen: Labor beauftragen, Ergebnis abwarten, Eigentümer informieren. Fertig. Aber das ist nicht unser Anspruch.

Wir wollen verstehen, was in den Anlagen passiert, die wir verwalten. Wir wollen wissen, wie die Prozesse hinter den Prüfungen ablaufen, welche Risiken es gibt und wie wir proaktiv handeln können, bevor Probleme entstehen. Deshalb investieren wir Zeit in Schulungen, Laborführungen und den Austausch mit Fachpartnern.

Für unsere Eigentümer bedeutet das:

  • Frühzeitige Organisation aller gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen
  • Transparente, verständliche Kommunikation bei Auffälligkeiten
  • Schnelle, strukturierte Reaktion bei positivem Befund
  • Enge Begleitung bei technischen Maßnahmen

Trinkwasserhygiene ist für uns kein Punkt auf einer Checkliste – sondern gelebte Verantwortung.

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FAQ

Wie oft muss eine Legionellenprüfung durchgeführt werden?

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Untersuchung alle drei Jahre, wenn eine zentrale Warmwasseranlage mehr als drei Wohneinheiten versorgt und mindestens eine davon vermietet ist. Nach einem positiven Befund können kürzere Intervalle erforderlich sein.

Was passiert, wenn Legionellen gefunden werden?

Die Hausverwaltung muss das Gesundheitsamt informieren, die Bewohner schriftlich aufklären und technische Maßnahmen einleiten – meist eine thermische Desinfektion und Anpassung der Temperaturen. Anschließend erfolgt eine Nachbeprobung.

Wer organisiert die Legionellenprüfung?

In der Regel die Hausverwaltung. Sie beauftragt ein akkreditiertes Labor, koordiniert die Termine, informiert die Eigentümer und dokumentiert die Ergebnisse.

Fazit: Sicherheit beginnt mit Verständnis

Die Laborführung bei Royal Service war für uns mehr als ein interessanter Ausflug – sie war eine Investition in Fachwissen, Partnerschaft und Qualität. Wir haben gesehen, wie sorgfältig Wasserproben analysiert werden, wie wichtig jede einzelne Temperaturmessung ist und wie viel Aufwand hinter einem einzigen Laborbefund steckt.

Und wir haben einmal mehr verstanden: Trinkwasserhygiene ist kein Thema, das man outsourcen und vergessen kann. Es erfordert Aufmerksamkeit, Fachwissen und den Willen, die Dinge wirklich zu verstehen.

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Head of WEG & Property Management

Über den Autor:

Marius May

Marius May ist Head of WEG & Property Management bei LPE und gelernter Immobilienkaufmann. Er hat 300+ Eigentümerversammlungen geleitet und Sanierungen im Millionenbereich umgesetzt – genau die Fragen, Risiken und Entscheidungen der Eigentümer kennt er aus erster Hand. Deshalb kann er komplexe Verwaltungsthemen praxisnah und verlässlich für die Zielgruppe aufbereiten.

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